Offene Standards eröffnen Potenziale: Mit ECLASS Advanced wird die Industrie 4.0 Wirklichkeit

Industrie 4.0, Smart Factory, Smart Buildings: Alle diese Trends haben eines gemeinsam. Ohne einen standortübergreifenden und medienbruchfreien Datenaustausch werden sie wohl immer Zukunftsmusik bleiben. Doch dieser ist in vielen Fällen alles andere als problemlos realisierbar. Denn die meisten Planer bevorzugen für die Erstellung ihrer Projektentwürfe ein bestimmtes CAE-Tool (Computer Aided Engineering). Damit sind Medienbrüche vorprogrammiert und Produktdaten können nicht automatisiert in die Tools geladen und damit nutzbar gemacht werden. Diese Herausforderung kann nur durch offene Standards wie ECLASS Advanced überwunden werden.

94 Prozent: Die überwältigende Mehrheit der deutschen Unternehmen sehen in der Industrie 4.0 die Voraussetzung dafür, auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu sein. Das stellte der Branchenverband Bitkom in einer aktuellen Studie fest. Demnach nutzen 59 Prozent der Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern bereits heute Anwendungen aus diesem Bereich, 22 Prozent planen dies und 17 Prozent können sich dies für die Zukunft vorstellen. Gleichzeitig gibt nur noch ein Prozent der Unternehmen an, dass Industrie 4.0 gar kein Thema ist. Dennoch ist das gesamte Potenzial der sich selbst organisierenden Industrie noch lange nicht ausgeschöpft. Das wiederum liegt oftmals an der Uneinigkeit von Softwareanbietern und den Herstellern von Produktkomponenten.

Medienbrüche hemmen die CAE-Branche

Angenommen Unternehmen X entwickelt Schaltschränke und sonstige kleinere Niederspannungsanlagen: Dafür arbeitet es mit Unternehmen Y zusammen, das für Unternehmen X bereits erste vorkonfigurierte Komponenten produziert. Das bedeutet, dass die Elektroingenieure von X und Y in regelmäßigem Austausch zueinander stehen müssen, um CAE-Projekte gegenseitig öffnen, analysieren, kommentieren und auch in ihre eigene CAE-Software importieren zu können. Es liegt auf der Hand, welche Probleme entstehen, wenn dies durch Medienbrüche verhindert wird. Diese entstehen jedoch unweigerlich, sobald nicht kompatible Systeme zum Einsatz kommen.

Verschiedene Ladekabel zeigen wie wichtig Standards sind
Die Zusammenarbeit fällt schwer, wenn Inkompatibilität herrscht

Ein weiteres, noch gewichtigeres Beispiel: Unternehmen X arbeitet mit einer ganz bestimmten CAE-Lösung und möchte für ein neues Projekt Produktdaten eines renommierten Komponentenherstellers abrufen, um diese in der Planung nutzen zu können. Oftmals hindern auch hierbei Medienbrüche einen automatisierten Prozess. Die Folge: Die Planer müssen kostbare Zeit investieren, um die benötigten Produktdaten manuell zu recherchieren und händisch in das Projekt einzupflegen.

Vor allem das letzte Beispiel zeigt deutlich, dass sich die wirtschaftlichen Potenziale von Industrie 4.0 erst voll ausschöpfen lassen, wenn alle Produktdaten in einem offenen Standard vorliegen. Die robotergestützte Produktion ist ein geeignetes Beispiel, das zeigt, welche Möglichkeiten standardisierte Produktdaten und offene Standards schon heute eröffnen. Ein Fertigungsroboter benötigt für seine Arbeit immer auch exakte Informationen über das Werkstück, an dem er tätig ist – etwa, dass Komponenten gelötet, geschnitten oder sonst wie modifiziert werden. Die angesprochenen Produktdaten umfassen beispielsweise essentielle Informationen wie Längenmaße oder auch Materialeigenschaften wie das Verhalten bei Erwärmung. Erst durch diese Informationen sind vollständig automatisierte Prozesse bei der Produktion möglich. Doch ohne offene Schnittstellen wäre der Zugriff auf diese Daten nicht möglich und eine robotergestützte Produktion bestenfalls eine Utopie.

Doch dank Standards wie ECLASS Advanced übernehmen heute bereits einige Vorreiter in Sachen Industrie 4.0 bei der robotergestützten Fertigung ihrer Produkte alle benötigten Daten automatisiert. Sie zeigen damit eindrucksvoll, wie die Smart Factory Wirklichkeit werden kann.

Standardisierte Daten für komplexe Projekte

Das Potenzial standardisierter Daten erschöpft sich für den CAE-Markt aber keinesfalls im Produktionskontext. Auch integrierte und hochkomplexe Projekte profitieren davon. Beispielweise engagiert sich AmpereSoft innerhalb der Forschungsgruppe „ServiceFlow“ der Technischen Universität Dresden. Ziel dieser Kooperation ist die Entwicklung einer offenen Dienstleistungsplattform entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Smart Buildings. Hierbei ist die größte Herausforderung die nahtlose Zusammenarbeit von Architekten und Elektroingenieuren. So müssen etwa die Informationen, wo später die Bedieneinheiten für die smarte Beleuchtung entlang laufen und welche Wärmeentwicklung diese mit sich bringen, bereits bei der architektonischen Planung berücksichtigt werden. Auch hierbei sind letztlich Standards wie ECLASS Advanced unerlässlich.

Wegen der entscheidenden Rolle, die ECLASS Advanced im Bereich Smart Buildings einnimmt, hat sich aktuell eine ECLASS Advanced Taskforce gebildet, die gemeinsam mit buildingSMART International arbeiten wird. Das Ziel der Kooperation ist es, die digitale Planungsplattform Building Information Modeling (BIM) noch attraktiver zu gestalten. Dafür sind unteranderem führende Unternehmen aus der Baubranche wie Hager, Schneider Electric, Siemens, Strabag, Weidmüller, Würth und die AmpereSoft GmbH beteiligt. Dies ist ein weiterer Schritt hin zu einem durchgängigen Prozess für die Planung und Umsetzung von Smart Buildings.

Unbestritten: Die Industrie 4.0 ist auf dem Vormarsch und wird für viele Unternehmen schnell zum entscheidenden Kriterium, das über langfristigen Erfolg entscheidet. Doch für die erfolgreiche Umsetzung ist ein reibungsloser Datenaustausch ohne Medienbrüche unerlässlich. Dafür braucht es offene Standards wie ECLASS Advanced. Mit ihnen sind die Voraussetzungen für eine weitere Entwicklung der Branche geschaffen und vorhandene Potenziale bleiben nicht länger ungenutzt.